20 jahre

bei den einschlägigen feierlichkeiten und öffentlichen debatten gewinnt man den eindruck, dass die ddr ein einziges schreckliches anhaltelager war, aus dem alle nur raus wollten – so schnell als möglich. dass manche raus wollten, sei nicht bestritten; dass viele mittlerweile gemerkt haben, dass das nicht das schlauste war, sollte jedoch auch zur kenntnis genommen werden: so will, um nur ein beispiel zu nennen, die überwiegende mehrheit der panel-teilnehmer_innen der sächsischen längsschnittbefragung die brd wieder loswerden.
auch den „frauen“ ging es, wenn es nach so manchem artikel geht, sehr sehr schlecht in der ddr. hierbei empfiehlt sich bei gelegenheit „frauen“ persönlich zu befragen: nicht selten stellt sich heraus, dass sie in der ddr zum teil nicht mit denselben problemen konfrontiert waren, diese probleme oft gar nicht kannten. so war etwa das thema kinderbetreuung früher – so gut wie kein thema. auch bestand kein zweifel, dass „frauen“ genauso naturwissenschaften oder ein technisches fach studieren können. u.s.w. das „frauenbild“ der ddr unterschied sich im hohem maße von jenem des „westens“.
auch lässt sich bis heute eine nachwirkung der ddr feststellen in ostdeutschland: die schere zwischen „frauenlöhnen“ und „männerlöhnen“ ist nicht annähernd so groß wie im gelobten freien westdeutschland. aber sie öffnet sich leider von tag zu tag ein stückchen mehr und es wird nicht mehr lange dauern und das westdeutsche niveau ist erreicht.

in den nächsten wochen sollen hier einige beiträge zum thema erscheinen und wer gerne einen beitrag leisten möchte, trete bitte in kontakt. klar ist dabei: beiträge, die vorderrangig aus einer pseudokritik an der ddr, geübt in hetzerischer absicht (die brd gut aussehen zu lassen), bestehen, werden nicht veröffentlicht. denn diese art der „kritik“, also diese hetze, kann man gerade derzeit jeden tag den massenmedien entnehmen.
es wird vielmehr das gegenteil angestrebt: die darstellung der errungenschaften des realen sozialismus im bereich der gleichstellung der „frauen“, wobei aber, damit das ganze nicht in eine einzige lobhudelei ausartet, die dann die realität doch wieder nicht trifft, auch dargestellt werden soll, wo es (noch) handlungsbedarf gegeben hätte.

die wahrheitsgetreue darstellung und die diskussion realsozialistischer realität ist gerade für antisexistische und feministische kommunist_innen von belang. ob sich auch für die arbeit im hier und jetzt – und nicht erst für die nach dem umsturz – hilfreiches ableiten lässt, ist durchaus auch der diskussion wert.


2 Antworten auf „20 jahre“


  1. 1 zk 12. November 2009 um 15:21 Uhr

    Klar war in der DDR alles besser als in der BRD (und das meine ich vollkommen unironisch). Insbesondere die materiellen Voraussetzungen waren für Frauen in jeder Hinsicht besser als im Westen. In der Propaganda gabs aber durchaus Defizite und Rekurs auf konservative Rollenmodelle. Folgende Plakate finde ich jedenfalls ähnlich abschreckend wie ihre Pendants im Westen:
    http://www.taz.de/typo3temp/pics/64f025d8b9.jpg
    http://www.taz.de/typo3temp/pics/15fc122675.jpg
    beide sind von hier: http://www.taz.de/index.php?id=bildergalerie&tx_gooffotoboek_pi1[fid]=1&tx_gooffotoboek_pi1[srcdir]=Frauen-auf-Wahlplakaten&tx_gooffotoboek_pi1[func]=combine&no_cache=1

  2. 2 Administrator_in 12. November 2009 um 23:21 Uhr

    ja, seh ich auch so. dazu kommt auch noch was, aber eile mit weile.

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