Die alltägliche Gewalt gegen Frauen in der Schweiz kann nicht bei einer Minderheit entsorgt werden.
steht es in der WOZ geschrieben – und diese feststellung ist zutreffend. das thema, um das es geht, ist die minarett-initiative in der schweiz, die bekanntlich a.) erfolgreich war und b.) auch zum teil von sich als links und feministisch verstehenden frauen unterstützt wurde8 (das betrifft freilich lange nicht alle9) . darunter auch julia onken.
im verlinkten WOZ-beitrag findet sich der link zu einem offenen brief an onken, in dem ein mmn zentraler punkt benannt wird: dass onken generell allen einwanderer_innen, insbesondere jenen aus ländern, in denen die mehrheit der bevölkerung dem muslimischen glauben anhängt, unterstellt, sich dem staate schweiz nicht unterzuordnen, wie es sich gehörte. im folgenden will ich anhand von einigen zitaten onkens zeigen, wie das geht. wir werden u.a. auch der fatalen gebärlust ausländischer frauen begegnen. PI lässt grüßen.
aber lassen wir onken zu worte kommen:
Der Kerngedanke bisheriger Integrationsbemühungen bestand in der Annahme, dass sich durch die Tolerierung eines anderen Rechtssystem eine organische Angleichung an unsere Rechtsordnung ergibt und sich die Menschen aus verschiedenen Kulturen in Freundschaft und vielleicht auch Liebe verbinden. (onken zur integration)
a.) migrant_innen bringen mit sich, wenn sie in die schweiz kommen, noch was anderes mit, nämlich: ein fremdes rechtssystem.
b.) diese fremden rechtssysteme wurden bislang in der schweiz toleriert, d.h. derzeit sind in der schweiz ungefähr so viele rechtssysteme anzutreffen wie staaten auf der welt.
a.) ist ein nationalistisch-rassistisches urteil, b.) ist eine darauf aufbauende nationalistisch-rassistische verschwörungstheorie.
wie schaffen es migrant_innen, ganze rechtssysteme mit in die schweiz zu bringen? indem sie in die schweiz kommen. denn: ein rechtssystem ist nach meinung von nationalist_innen nichts, was eine herrschaft, die sich damit auch ein volk schafft, verankert – also etwas, wozu man sich als unterworfene_r so oder so stellen kann, affirmativ-befürwortend oder ablehnend1 – ; sondern dieses entspringt nach meinung von nationalist_innen dem volk, das vorgestellt wird als der herrschaft vorausgehendes kollektiv. ähnliche völker2 schaffen sich dann ähnliche rechtssysteme.
beispiel: ein iranischer staatsbürger, der in die schweiz kommt, ist aus sicht eines_r nationalist_in nicht ein mensch, der von der herrschaft im iran zum iraner gemacht wurde und der vllt auch einiges kritisiert am iran – und vllt gerade deshalb auswandern will –, sondern abgesandter eines fremden volkes mit fremdem volkswillen, dessen inhalt lautet: „islamische republik iran“. da das rechtssystem dem volke entspringt, ist für nationalist_innen klar: auch in der schweiz entspringt diesem iraner die „islamische republik“. der_die ausländer_in trägt das fremde rechtssystem mit sich, nämlich in sich: es handelt sich um ein feindliches u-boot.
es geht um den staat im staate, eine gefahr, die sich eröffnet, sobald man migration zulässt. dieses urteil trifft prinzipiell alle – auch über österreicher_innen wissen schweizer_innen bescheid: „so sind die halt“ (das funktioniert natürlich auch umgekehrt) –, aber die völker werden eben nochmal extra nach ähnlichkeit sortiert – und da steigt der musel sehr schlecht aus dabei (im übrigen: nicht immer im selben ausmaße, man sehe rambo 3, in dem die gemeinsame freiheitsliebe beschworen wird, es gibt hier also auch auf- und abs; aber so ca. seit anfang der 1990er ist der musel unten durch.).
das darauf aufbauende verschwörungstheoretische geschwätz kennt man von PI und co: allerorten kuschen zukünftige dhimmis etc. die abgesandten des fremden rechtssystems, die u-boote, genießen offensichtlich jede freiheit. auch bei onken: zig rechtssysteme werden also auf dem gebiete des schweizer staates toleriert. besonders schlimm sind dabei natürlich die rechtssysteme, die besonders fremd sind: die muselbarbarischen.
allerorten, in der ganzen schweiz, wird die scharia einfach umgesetzt – und der schweizer staat schaut zu und toleriert. weil ja kein gesetzesverstoß vorliegt – folgt man den ausländischen rechtssystemen, die da einfach so mit dem migrant_innen mit in die schweiz kommen und die eben: toleriert werden.
vielleicht sollte man einfach die grenzen dicht machen.
leider wäre das problem damit noch nicht gelöst, weil: den muselbarbaren im allgemeinen entspringen muselrechtssysteme; den muselfrauen im speziellen, gerade auch den bereits eingewanderten, entspringt aber noch was anderes: eine springflut an muselbabies.
Angesichts der hohen Geburtenrate unter den Ausländerinnen ist damit zu rechnen, dass sich die Unterdrückung der Frauen in unserem Kulturkreis ausbreitet4. (onken zur kopftuchmädchenproduktion am fließband)
sexismus, frauenfeindlichkeit, gewalt gegen frauen – all das droht der schweiz durch (muslimische) ausländerinnen und ihre muselbabies. man kennt das in appenzell und co ja eigentlich nicht. dass 2 von 5 schweizerinnen im laufe ihres lebens opfer sexueller gewalt werden: entweder maßlos übertrieben und eine die errungenschaften der schweiz bestreitende schmutzkampgane, oder etwa auf muselbarbaren zurückzuführen? wenn zweites der fall ist, sollte man das an die öffentlichkeit bringen. jedes zweite tötungsdelikt ein „familiendrama“3? – darüber kann sich wohl nur ein_e hysteriker_in aufregen; oder sind das die taten von muselbarbaren, also ehrenmorde statt familiendramen? – dann ist die aufregung wohlbegründet. in der schweiz hinken frauen nachgerade auffällig hinterher, was bildungsabschlüsse anbelangt? und da war doch noch die lohnschere? papperlapapp, die musel kommen! über die staatsgrenze, welche sich mitunter auch als geburtskanal darstellt. q.e.d.
weil es in der schweiz, also unter schweizer_innen – das sind die, die wirklich hierher gehören und die im einklang mit der schweizer rechtsordnung leben, weil es ja ihre ist – keinen sexismus (mehr) gibt, sagen viele linke feministinnen: „Danke mir geht es gut. Und das genügt.“ (onken-blog) onken aber weiß: es gibt sexismus in der schweiz – nämlich den importierten muselbarbarischen, der sich in der schweiz auszubreiten droht –, daher kann sie nicht „vorzeitig die Hände in Schoss lege[n]“ (ebd.).
ärgerlich ist allerdings, dass die selbstzufriedenen linken feministinnen nicht nichts tun. die hände legen sie nämlich nur angesichts der muselflut und der damit in zusammenhang stehenden ausbreitung von frauenunterdrückung in den schoß; sobald aber onken aufklären will, werden sie aktiv, gemeinsam mit anderen – dann diffamieren sie ganz schrecklich, terrorisieren politisch korrekt:
Politische Kräfte haben dafür gesorgt, dass Fakten nicht mehr benannt worden sind, wie beispielsweise die Nationalität von Tätern.
nicht mal mehr eine tat mithilfe der herkunft – nämlich: angehörige_r, also abgesandte_r eines fremden rechtssystems – (mit)begründen darf man. ’so sind sie, die kanaken!‘ – das darf man nicht mehr sagen. ‚der hat das getan, weil er ein musel ist. typisch.5‘ – darf man nicht mehr sagen. daher liest und hört man es auch andauernd, an jeder straßenecke, am stammtisch, in den medien und v.a. auch von politiker_innen. – weil’s so ein großes tabu ist. onken: eine keine tabus brechende, sich als aufklärerische tabubrecherin inszenierende, nationalistische stammtisch-kuh.
nicht über den brutalen willen des jeweiligen täters will onken sprechen, sondern über seine nationalität, also gerade etwas, was sich dem willen des täters entzieht, da ihm die ja qua geburt einfach verpasst wird von der jeweiligen herrschaft. weil nämlich, so das nationalistisch-rassistische urteil, ein direkter zusammenhang zwischen staatsangehörigkeit und wille besteht, der wille von der nation determiniert ist und umgekehrt: der staatsangehörigkeitsnachweis soll uns also aufklären über gewalt in der ehe (das ist der volkswille der türken?), sexuelle belästigung (das ist der volkswille der marrokaner?) und zwangsheiraten (das ist der volkswille der saudis?).
onken ist natürlich, das soll zum schluss schon festgehalten sein, verfechterin der religionsfreiheit. das versteht sich von selbst, schließlich ist das ein fundament der „westlichen rechtsordnung“ (und auch des christentums6):
Ich fordere Religionsfreiheit für alle, nicht nur für Muslime. Es geht nicht an, dass alle Personen, die nicht der islamischen Religion angehören, als Ungläubige diskriminiert werden. (wieder in dem onken-blog)
soweit ist es mittlerweile gekommen in der schweiz, in der fremde rechtssysteme toleriert werden (also migration bekannt ist): die muselbarbarische mehrheit (gebären ja so viele sexistische muselbabies) diskriminiert die brave schweizer christ_innen-minderheit. das kommt vom tolerieren, jetzt haben wir den salat, nämlich: einen muselstaat mit muselrechtssystem mitten in den schönen schweiz!
man sehe zum beispiel: das kirchtumverbot.
oh… kirchtürme sind ja gar nicht verboten. aber minarette. komisch … das war wahrscheinlich notwehr!
ps: ihr7 dürft mich als ungläubige beschimpfen, also „diskriminieren“. als wirklich ungläubige trifft man das nicht. ich lach‘ dann mal, ihr spinner_innen!
- ich bin, das kann ich anhand des reisepasses feststellen, österreicherin. jedoch: von österreich halte ich nichts. [zurück]
- bzgl der ähnlichkeit von völkern lassen sich zweierlei argumentationsmuster unterscheiden: unterstellt wird entweder eine dem staat vorangegangene blutsverwandtschaft. dann begibt man sich auf die suche nach blutslinien. und/oder aber eine vorangegangene kulturverwandtschaft. dann begibt man sich auf die suche nach der kulturellen vergangenheit, geteiltem „schicksal“ (i.d.r. wurde der „schicksalsraum“ dabei auch schon politisch hergestellt), kulturellen ahnen. man landet natürlich auch bei zweiter argumentation schnell bei: die wollen nicht nur so, sondern die können wegen ihrer kultur gar nicht anders. die rede ist also, genauso wie beim blutrassismus, von etwas, was den willen lenkt – sie werden determiniert. und das vererbt sich selbstverständlich auch, wie man der migrations-generationen-debatte (3. generation „migrantischer hintergrund“, gerne genannt, wenn es um negativ zu kommentierendes geht) leicht entnehmen kann. wie auch immer: so ein volk, ein entweder kultur- oder blutstechnisch zusammengehaltenes vorgängiges kollektiv, setzt sich dann einen passenden staat in die welt – so geht das nationalistische märchen. so einem staat lässt sich daher auch immer der charakter jedes einzelnen volksangehörigen entnehmen. ausnahmen, ob positiv oder negativ, bestätigen, wenn es sie denn überhaupt gibt, die regel. [zurück]
- so nennt man das, wenn das INLÄNDER in szene setzen; der begriff „ehrenmord“ ist für muselbarbaren reserviert. [zurück]
-
Kinder übernehmen automatisch den patriarchalen Wertekanon ihrer Mütter. (ebd.)
man könnte spöttisch schreiben: jetzt ist endlich verständlich, wieso es bis in die 1990er dauerte, bis alle schweizer kantone das frauenstimmrecht verankerten. die wurden vorher einfach immer so geprägt und dann lief das automatisch so dahin. der haken ist allerdings die dann doch erfolgte verankerung in den jeweiligen kantonen: wurden da neue bevölkerungen mit anderer prägung angesiedelt? oder was ist mit den alten bevölkerungen mit der alten prägung passiert? [zurück] - was ist eigentlich mit jenen menschen muslimischen glaubens, die nicht ins muselbarbarische feindbild passen? handeln die wider ihr museltum? [zurück]
- es ist ja nicht so, dass die minarett-initiative nicht andauernd das christliche zu betonen wüsste. [zurück]
- all inklusive: christ_innen, muslime_as, jüd_innen, und was da noch so alles existiert, fernöstliches u.s.w. gerne auch esoteriker_innen.[zurück]
- generell wird gerade das thema diskutiert, zb: siehe hier einen kommentar, in dem von den „realen bedrohungen“ die rede ist; und hier einen beitrag, in dem unterstellt wird, dass linke und/oder feministinnen „den Islam kritiklos hinnehmen“ würden, was erstens nicht stimmt und zweitens suggieriert, dass hier dringender handlungsbedarf herrsche. – aber wo denn genau? [zurück]
- http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Maer-von-den-islamkritischen-linken-Frauen/story/11230844 [zurück]
2 Antworten auf „papperlapapp, die musel kommen!“